Über

Hallo, ich möchte anonym bleiben, da ich über ein Thema schreibe, welches leider noch bei vielen auf Tabus und/oder Unverständnis trifft. Was ich verrate, bin 24 Jahre alt, arbeite Vollzeit in einer Notaufnahme und leide seit meiner Kindheit an Depressionen. Im frühen Kindesalter begann ich schon Gedanken zu entwickeln, die bis heute bestand haben. Niedriges Selbstwertgefühl, Hoffnungslosigkeit, Ungeliebt sein etc. Ich habe Phasen im Leben gehabt, in denen ich fast aufgab. Phasen mit Gewalt, Verlusten, Trennungen, Misshandlung, Prostitution... Letztes Jahr habe ich freiwillig eine 8 wöchige stationäre Therapie gemacht in einer offene Einrichtung. Das ist keine Klapse, sondern eine Klinik für Depressionen. Nun mache ich eine ambulante Therapie, in der meine Therapeutin mir empfohlen hat, meine Gedanken aufzuschreiben um diese nicht in mich hinein zu fressen.

Alter: 27
 


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Schlaflos

Wieder liege ich im Bett, schlaflos. Die Bilder kommen in meinen Kopf. Aus der Zeit wo ich eine Hure war. Erinnerungen an die Freier, die Situation mit der Kollegin, zurecht Weisungen, denn auch da gibt es Regeln unter den Frauen. Fehler die ich gemacht habe. Diese Ströme von Bildern und Erinnerungen machen mir angst... und schlaflos

Gedanken im Kopf

So viele Gedanken im Kopf. Gedanken die sich drehen. Immer das gleiche. Alles dreht sich im Kreis. Macht mich benommen und taub. Ich kann die Gedanken nicht abstellen. Ich will die Gedanken nicht abstellen. Ich verstecke mich in meinen Gedanken. Sie umschließen mich mit Kälte. Ein vertrautes Gefühl. Ich mag die Kälte. Ich mag die Kälte, weil ich sie kenne.

 Wenn ich alleine bin und mich einsam fühle, kommen diese Gedanken.

 Die Gedanken sind nicht schön. Sie sind kalt und dunkel. Gedanken ohne Hoffnung und Glück. Nur Schmerz, Kälte und Dunkelheit. Sie machen mich benommen und taub.  Ich kann mich nicht wehren. Sie kommen über mich, wenn ich es nicht will. Mein Kopf ist ein Auffangbehälter für schlechte Gedanken.

Jeder Tag ist ein neuer Kampf. Jeden neu aufstehen. Jeder Tag diese dunklen Gedanken. Ich versuche mich an was gutes zu erinnern, aber es fällt mir schwer. Es kostet Kraft. Dunkle Gedanken sind leichter, weil sie da sind. Rund um die Uhr, jede Sekunde. Ich kann nicht fliehen. Selbst wenn ich schlafe, drängen sie sich in meine Träume.

 

Eine nächtliche Parade
Ungebetener Bilder
Eine Nacht, die niemals endet
Ich gleite davon
Eine einsame Leere
Jenseits von Schmerz
Von Kummer und Worten
Umklammert mein Herz

Und ich gehe durch die Tür
Durch die Tür, die ins Alleinsein führt

Ich sinke ins Nichts
In endlose Leere
Nur dunkles Geheimnis
Erdrückende Schwere
Ich träume wahnsinnige Träume
Von Gnade und verzeih'n
Erhabene Momente für die Ewigkeit

Ich sehe Fetzen meines Lebens
Fragmente meines Seins
Wie Messer, die mein Herz durchbohren
Stummes Schreien
Hier gibt es keine Namen
Ich weiß nicht wer ich bin
Alles von Bedeutung
Verliert seinen Sinn
Ich falle immer tiefer
Immer tiefer in den Traum